»Das Beste von Allem« auf Reisen!

17.12.2015

»Das Beste von Allem« auf Reisen! Im vergangenen Monat war Jutta Bauer für Workshops und Lesungen in Argentinien und Chile unterwegs. Hier kommt der Reisebericht mit Fotos!

Ich bin über den Atlantik geflogen, um »Das Beste von Allem« zu verbreiten.

Nein, ich bin nicht das Christkind. Ich folgte nur einer Einladung zum munteren »Filbita« in Buenos Aires, einem besonders vielfältigen und gut besuchten Kinderliteraturfestival, das sich vor allem an Kinder wendet, die nicht aus wohlhabenden Gegenden kommen.

Hier sollte ich mit etlichen anderen ausländischen Gästen Workshops, Lesungen und Diskussionen für Kinder und Erwachsene gestalten. »Das Beste von Allem« mit Bildern von 60 Illustratoren eignet sich dafür besonders gut. Es ist international, da alle Überschriften in deutscher und englischer Sprache verfasst sind und vermittelt sich nicht über einen Text (außer dem Vorwort gibt es nämlich keinen), sondern über die Bilder. Außerdem präsentiert das Buch eine Werkschau deutscher Kinderbuchillustration. Das beeindruckte auch den netten Kulturattaché der deutschen Botschaft in Buenos Aires, für den ich einen extra Workshop in der deutschen Botschaft gab.

Vor meiner Reise hatte ich schon mit Schulklassen in Deutschland geübt. Die Kinder dachten sich wie im Buch Begriffe aus – wie Monster, Mamas, Prinzessinnen oder Weihnachtsmänner. Danach zeichnete jedes Kind seine ausgedachten Begriffe. Das geschah so individuell wie möglich und möglichst ohne zu gucken, was die anderen machten und ohne darüber nachzudenken, ob das, was man zeichnete so richtig war. »Falsch gibt es nicht!« war das Motto.
Es enstand eine ungeheure Vielfalt verschiedener Figuren, die wir später alle gemeinsam in ein Heft binden konnten. Das machte vor allem Spaß, war zugleich aber auch eine gute Übung in eigener Kreativität und Individualität, die zum Beispiel die Erkenntnis brachte, dass Prinzessinnen auch dick, doof und dunkelhaarig sein können.

Spannend war für mich in Buenos Aires die Zusammenarbeit mit anderen argentinischen Illustratoren in einem mehrstündigen Workshop. Auch hier sammelten wir Begriffe, die dann gezeichnet wurden. Die Ergebnisse waren toll: Zum Thema Kopfbedeckungen gab es etwa bunte Indio-Mützen und Verbrecher-Masken. Die argentinischen Zeichnerinnen sind dabei so sehr auf den Geschmack gekommen, dass sie nun auch ein eigenes argentinisches »la mejor de todo« entwickeln.  Por qué no?!

Im Anschluss hatte mich der Verlag Liberalia nach Santiago de Chile eingeladen. Auch hier folgten viele Gespräche, Veranstaltungen, Workshops zum »Besten von Allem«.

Dankbar und erfüllt von vielen Erlebnissen und neuen Kontakten bin ich nach Hause geflogen. Dankbar bin ich natürlich auch gegenüber den vielen Illustratoren, die dieses besondere Buchprojekt erst möglich gemacht haben.

Weiter geht die Reise von »Das Besten von Allem« im nächsten Jahr nach Hamburg (dort ist es ja zuhause), wo im Januar eine Ausstellung in der Zentralbibliothek stattfindet, später nach London in eine kleine Galerie und nach Bologna zur Kinderbuchmesse. Aber davon an anderer Stelle mehr!