»Martha« zwischen Sauriern in Berlin!

13.09.2016

Martha fliegt wieder. An einem heißen Septemberabend wurde der letzten Wandertaube bei zwei Veranstaltungen in Berlin wieder Leben eingehaucht. Mit von der Partie: ATAK, der Biologe Lothar Frenz, Schriftsteller Jakob Hein als Moderator, Illustrator und Galerist Henning Wagenbreth und einige Sauriergerippe.

»Sind die überhaupt echt?«, fragt ATAK in die Runde. Zur Buchvorstellung seines Bilderbuches »Martha« haben sich rund 160 Besucher im Lichthof des Museums für Naturkunde in Berlin zwischen riesigen Saurierskeletten eingefunden. Durchaus echt und spektakulär: Was hier zu sehen ist, ist das Ergebnis der erfolgreichsten Dinosauriergrabung aller Zeiten. Rund 230 Tonnen Knochen wurden bei einer vierjährigen Ausgrabung in Tansania gefunden.

Und passend: Nun steht den Sauriern eine weitere ausgestorbene Art gegenüber: Die Wandertaube. Für die Buchvorstellung wurde nicht nur ein echtes Präparat einer Wandertaube aus dem Bestand des Museums zur Verfügung gestellt.

Ihr gegenüber steht an diesem Abend auch ATAKs Interpretation der Wandertaube – als große Pappskulptur.

Im Gespräch mit Jakob Hein erzählt ATAK, wie ein Bild ihn zum Buch inspirierte: Als die Wandertauben im 19. Jahrhundert noch zu Milliarden vertreten waren, konnte ein Schwarm den Himmel über mehrere Stunden verdunkeln. Beschrieben hat dieses Bild unter anderem der Biologe Lothar Frenz (rechts im Bild), der an diesem Abend mit von der Partie ist. Er erzählt, wie die Wandertauben innerhalb von einem knappen Jahrhundert durch das massenhafte Abschießen der Menschen vollständig ausgerottet wurden.

Opulente doppelseitige Illustrationen, detaillierte, farbenprächtige Szenerien: ATAKs Bilderbuch wird auch für Erwachsene zur Augenweide. Da er aus eigener Erfahrung wisse, wie langweilig es werden könne, wenn man seinen Kindern immer wieder das gleiche Buch vorlesen müsse, habe er seine Bilder so konzipiert, dass auch die Eltern beim Vorlesen viele Details und Popkultur-Anspielungen entdecken können, erzählt der Berliner Künstler. An diesem Abend sitzen dann auch größtenteils erwachsene Zuschauer im Publikum.

Diese bekommen bei der anschließenden Vernissage in der benachbarten Galerie »Ministerium für Illustration« des Illustrators Henning Wagenbreth die Möglichkeit, sich die Originalbilder des Buches anzuschauen.

Neben dem Buch selbst am Büchertisch kann auch eine limitierte Grafik zum Buch erworben werden.

Fahrradsattel statt Signiertisch: Bis in die späten Abendstunden ist ATAK mit Signieren beschäftigt.

Die Ausstellung »Ein Denkmal für Martha« kann noch bis zum 1. Oktober 2016 im Ministerium für Illustration besucht werden. Informationen zu den Öffnungszeiten gibt es hier.